|
Die Erinnerung ist das
einzige Paradies, woraus
wir nicht vertrieben werden können.
Jean Paul
Und wie doch die Erinnerung zurückkommt, seit ich
mich jetzt erneut und intensiv mit den Mandalas beschäftige.
So
fällt mir auch eine Episode ein, als wir in Wien waren.
Wir hatten den Vormittag mit unseren Freunden verbracht,
und wollten nachmittags etwas alleine unternehmen, da
die Freunde nach Hause fuhren. Wir waren ein langes
Wochenende zusammen. Wohnten im Hotel.
Doch es goss in Strömen.
Und so gingen wir nach einem Mittagsschläfchen runter
zum Kaffee trinken. In dem Raum saßen einige Damen
und spielten Karten. Ich hatte auch hier meinen Block
und die große Schachtel mit den Stiften dabei. Und fing
gleich an zu malen. Mein Mann las in Zeitungen.
Hin und wieder guckte dann auch mal eine Dame rüber zu
mir, was ich da wohl mache.
An
diesem Nachmittag brachte ich außerdem meinen Mann
zum Mandala malen. Als er die Zeitungen durch hatte,
und nicht so recht wusste, was tun, ermunterte ich ihn,
doch auch mal ein Blatt zu nehmen, und
eine Form auszumalen.
Er sagte ganz entrüstet:
Das tue ich nie ! Gut, dachte ich, dann langweile Dich eben
weiter. Nach einer Weile blätterte ich in dem Block und sagte
zu ihm: schau doch wenigstens mal, welche Form würde Dir
denn gefallen. Er entschied sich für eine. Ich trennte
die Seite von dem Block legte sie ihm hin, stellte die Stifte
zwischen uns, und meinte: Mach doch mal !
Und ... er fing tatsächlich an, und dann packte es ihn, und
er hörte nicht mehr auf, bis sein Mandala fertig war.
Seitdem hat er auch schon einige ausgemalt. Habe ihm dann
das dicke Buch geschenkt.
Und
auch eine der Damen kam noch an unseren Tisch,
bevor sie weg gingen, fragte, was das denn sei, was ich
da tue. Und so hatte ich Gelegenheit, das über Mandalas
zu erzählen, was ich inzwischen wusste.
|