Sauerkirschen

Immer wenn ich Sauerkirschen sehe, in den Händen habe, denke ich an meine Jugendzeit zurück, als meine Mutter und ich in einem kleinen Dörfchen in Thüringen, nähe Erfurt, lebten. Dort konnte man immer für
ein Jahr die Ernte von Kirsch- und Zwetschgenbäumen ersteigern.
Wie sie sein würde, wussten wir vorher nicht. Wenn es dann so weit war, wurde geerntet. Dann habe ich Kirsch- oder Zwetschgenkuchen gebacken. Teig wurde aus Mehl (meine Mutter arbeitete beim Bauern und erhielt dafür Körner, die brachte man zu einer Mühle, und holte später das Mehl ab, dann kam zu dem Mehl (für einen Kuchen) Wasser und Hefe in den Teig, Fett gab es nicht, ab und zu kam 1 Ei oder zwei mit in den Teig hinein. Hatte zwei Legehennen. Habe ich von geschlüpften Küken groß gezogen. Und der Kuchen schmeckte uns gut!
Gebacken wurde in einer öffentlichen Backstube. Man trug den Kuchen also durch das ganze Dorf. Die Thüringer hatten riesengroße Bleche.
Für uns fertigte ein Nachbar, der handwerklich sehr geschickt war, (auch Flüchtling) zwei mittlere Bleche an. Und so waren wir gertenschlank, denn das übrige Essen war ja auch nicht gerade üppig, und bestand fast nur aus Suppen ohne Fett oder Fleisch etc.


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Als ich mich mit unserem Enkel Steven (wird bald 18) über Erinnerungen unterhielt, meinte er: Erinnerungen sind doch dafür da,
das man sie weiter gibt..

 

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