Ein Flüstern, ein Raunen geht durch den Garten.
Ich höre es knistern, wie ein Bewegen überall:
Inge ist wieder hier, wir wollen ihr ein "liebes Willkommen"
zurufen. Lange bist Du nicht bei uns gewesen, wir grüßen
Dich herzlich. Es ist dunkel, trotzdem ist es, als könnte
ich sehen. Morgen ist Neumond. Doch die Sterne strahlen
mir vom Himmelszelt entgegen.

Wie von Zauberhand steht eine neue Bank zu meinem
Empfang bereit. Ich höre eine angenehme Stimme:
Willkommen, Inge, setzt Dich zu mir. Ich gucke, ich staune,
eine Fee sitzt dort. Sie lacht, sie strahlt mich an.

Mir verschlägt es etwas die Sprache, ich sitze ich atme,
es ist kalt und ich sehe wie mein Ausatmen zu einem Hauch
wird, der aufwärts steigt. Es ist, als würde sie mich mit Liebe,
in Liebe einhüllen. Glücksgefühle durchpulsen mich.
Nun sagt sie:
Höre meine Stimme, wenn Du mal traurig bist, wenn Du
Dich mal einsam fühlst, Angstgefühle in Dir hochsteigen,
aber auch, wenn Du glücklich bist, um mir zu erzählen.
Ich bin ständig bei Dir. Du hast hier noch viele andere, die
Dir in Liebe zugetan sind. Sie werden alle kommen, wenn es
an der Zeit ist. Du wirst sie spüren, sehen, sie werden zu
Dir sprechen.

 Der Herbst ist nun auch in meinem Garten eingezogen.
Eine neue Jahreszeit hat begonnen.
Ich stehe auf, gehe zum Brunnen, ich bücke mich, ich höre
hinein, es ist als plätschert es ganz weit unten.
Ich vermisse meinen Zwergnase. Da zieht mich etwas an
meinem Ärmel: Hallo, da bin ich. Du hast mich herbei
gewünscht. So schnell geht das mit dem Wünschen.
Ich freue mich, dass Du Dich in den letzten Wochen so gut
erholt hast, Du meistens gute Laune hattest, so fit und
fleißig gewesen bist. Wir wissen auch, dass Du hin und wieder
an uns gedacht hast. Doch Du bist nicht gekommen,
das hat uns auch etwas traurig gemacht. Trotzdem haben wir
ihn behütet, waren um Dein Wohl besorgt. Ich drücke ihn
an mich, meine Fee ist verschwunden. Ich hörte noch
ihr leises Lachen, als sie verschwand. Sie wusste, auf  wen ich
noch gewartet habe. Es wird kälter in meinem Garten, es geht
auf Mitternacht zu. Ich drücke meinen kleinen Zwergnase
an mein Herz, und verabschiede mich stumm.

Ich komme wieder ...




 

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