F r ü h l i n g s l i e d 

Mit geheimnisvollen Düften 
Grüßt vom Hang der Wald mich schon, 
Über mir in hohen Lüften 
Schwebt der erste Lerchenton. 

In den süßen Laut versunken 
Wall' ich hin durchs Saatgefild, 
Das noch halb vom Schlummer trunken 
Sanft dem Licht entgegenschwillt. 

Welch ein Sehnen! welch ein Träumen! 
Ach, du möchtest vorm Verglühn 
Mit den Blumen, mit den Bäumen, 
Altes Herz, noch einmal blühn.


Emanuel  Geibel
1815 - 1884



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