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T A X I
Hin und wieder fahre ich ja auch mal Taxi.
Und das ist teilweise recht interessant. Es gibt Taxifahrer und Fahrerinnen, die
sind sehr schweigsam,
und es gibt einige, die erzählen gern.
Schimpfen über die Politiker usw. usf.
Einer empfahl mir das Buch " Der Medikus ", das ich unbedingt
lesen sollte. Habe es inzwischen als Hörbuch.
Einer erzählte mit leuchtenden Augen von Mineralien
und kratzte an einem Stein in der Pause herum.
Er zeigte ihn mir. Und sagte auch, wo er sie findet.
Eine Taxifahrerin ist mir jedoch besonders im Gedächtnis geblieben, weil sie
sehr ungewöhnlich war:
Sie strahlte mich schon an, als ich einstieg, wir verstanden uns
auf Anhieb. Ich erzählte ihr vom positiven Denken,
sie rezitierte Gedichte.
Das habe ich von meiner Mutter, sagte sie.
Sie konnte auch lange Gedichte auswendig und trug sie mir vor.
Dann erzählte sie begeistert, dass sie Mitglied in einem Kneip -Verein wäre.
Einen Tag in der Woche geht sie zur Wassergymnastik.
Eine Gruppe, die singt, gibt's dort auch.
Und viel wird gemeinsam unternommen, egal ob's draußen stürmt
oder schneit. Das Wetter spielt keine Rolle.
Dann schaute sie mich an und meinte:
Jeder Mensch ist doch selbst dafür verantwortlich wie es ihm geht,
und was er aus seinem Leben macht, und sonst niemand.
Wenn an ihrem gemütlichen Abend jemand anfängt über
Krankheiten zu sprechen, tönt sie gewaltig dazwischen mit:
STOP ! Das Thema ist heute Abend gestrichen !
Selbstverständlich nimmt man immer Anteil an den anderen,
redet zusammen und versucht, ihnen bei der Lösung
ihrer Probleme zu helfen.
Als wir vor unserem Haus angekommen war, klönten wir noch
eine Weile weiter, auch über Kaltwasseranwendungen.
Es war eine Begegnung der besonderen Art.

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