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Was gibt ein Mensch dem
anderen?
Im Juli 2005 jährt sich zum zweiten Mal der Tag,
an dem ich ins Krankhaus
musste. Hatte einen Schlaganfall.
Gut 3 1/2 Monate war ich dort.
Vieles wurde mir durch diese Leidenszeit bewusst,
und sehr viel habe ich nicht nur über mich selbst gelernt.
Mein Leben hat sich dadurch verändert und tut es immer noch,
indem ich an und mit mir arbeite.
Heißt es doch, um den Diamanten in mir zum Glänzen zu bringen,
braucht er den richtigen Schliff.
Bei einem Telefongespräch meinte eine Mitpatientin,
mit der ich lange Zeit ein Zimmer teile:
Ach lass' uns diese Zeit vergessen, und uns über anderes unterhalten.
Sie brach dann den Kontakt zu mir auch ab,
weil sie nicht mehr daran erinnert werden möchte.
Das ist bei mir anders.
Ich erinnere mich gerne an die Menschen mit den vielen
unterschiedlichen Charakteren die ich kennen lernen durfte,
und manche sogar lieben gelernt habe.
Mit einigen verstand ich mich auf Anhieb.
Wir aßen zusammen am Tisch, wir gingen zusammen spazieren,
lachten, alberten herum. Neckten uns gegenseitig.
Teilten unsere Kekse und Süßigkeiten, und das Wichtigste war:
Fühlte eine/einer sich schlecht, so trösteten wir uns gegenseitig,
bauten uns auf. Kam nachmittags Besuch, setzen sie sich auch
zu uns an den Tisch (außer sie wollten alleine mit ihren Freunden
oder Verwandten sein). Es wurde zusammen geklönt und gelacht.
Die Frau eines Mitpatienten brachte uns oft selbstgebackenen
Kuchen mit, wir durften uns davon nehmen.
Einigen schenkte man sein Vertrauen und erzählte etwas mehr
aus seinem Leben und umgekehrt.
Lehnte auch mal den Kopf an die Schulter einer anderen Frau.
Es ist schön, wenn man zuhören kann und umgekehrt.
Man weiß gar nicht, wie viele Botschaften, Lehren für uns selbst
in den Worten (Sätzen) enthalten sind. Wichtig finde ich auch,
die/den andere/n wissen zu lassen: Du bist wichtig in meinem Leben,
ich mag Dich sehr gerne, ich freue mich,
Dich kennen gelernt zu haben.
Und versuchen, vom Besten
das in mir ist, selbst zu geben.
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