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Spielfieber - 2 -
Längst schon war sie süchtig.
Die Sucht hatte so schnell von ihr Besitz ergriffen. Langsam interessierte
sie sich nicht mehr für viel anderes.
Auch Besuche wurden ihr lästig, denn dann war sie nicht frei
zu gehen und zu kommen, wie sie wollte.
Ihren Haushalt versorgte sie vorbildlich weiter.
Geld hatte sie auch noch genug, sie hatte viel gespart.
Und Zugriff auf das gemeinsame Konto.
Das Automatencasino öffnete ohnehin erst um 12 Uhr mittags.
Und es wurde immer schwerer, die Zeit bis dahin herum zu kriegen.
Da ihr Mann zunächst tagsüber nicht da war, konnte sie auch ganz leicht
verschwinden, ohne zu sagen, wohin sie gehen würde.
Zuerst fuhr sie mit dem Bus, doch schon bald dauerte es ihr zu lange.
Also wurde von den kleinen oder auch mal größeren Gewinnen
gleich Geld für ein Taxi in ein extra Fach in die Handtasche hinein
gelegt.
Immer mehr Geldscheine wurden in Münzen umgewechselt.
Manchmal abends auch wieder in Scheine zurück getauscht.
Nun wurde auch schon mal ein Scheck in Zahlung gegeben.
Es war für sie plötzlich eine andere Welt, eine irre Welt.
Sie lernte andere Spielerinnen und Spieler kennen,
es wurden ein paar Sätze gewechselt. Stell Dir vor, fast wäre die vierte
7 gekommen usw. usw. Richtig unterhalten konnte man sich jedoch mit
niemandem, alle starrten auf ihren Automaten und spielten verbissen.
Ein Starren auf die Zahlen, auf die Symbole, die Apparate hatten
inzwischen außer Hebel auch noch einen Knopf , das ging noch schneller,
mit dem Stopfen kam sie kaum hinterher. Wie hießen sie doch noch:
Ach ja einarmige Banditen. Der Adrenalinspiegel stieg,
und irgendwann ging's nur noch darum, diesen Kick immer
und immer wieder zu erleben, das die Symbole stimmten,
der Zähler hoch jagte oder Geld in den Schacht klimperte.
Genug Geld zum Weiterspielen heraus kam.
Oft kam dann jemand angerannt um zu gucken.
Auch neidische Blicke bekam sie zu spüren.
Sie spielte an manchen Tagen von 12 Uhr mittags bis 24 Uhr abends,
bis das Automatencasino schloss.
Zu Trinken konnte sie sich dort etwas bestellen,
Essen wurde vergessen. War nicht so wichtig.
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