Grünkohl  Braunschweiger  Art


In ganz Norddeutschland heißt der Grünkohl Grünkohl - nur die
Bremer und die Braunschweiger nennen ihn Braunkohl.
Auch wenn er gekocht eindeutig grün ist.
Die Erklärung ist recht einfach: In einigen Gegenden wurde früher
anstelle des heute üblichen Grünkohls der ähnliche, aber etwas
bräunliche Langkohl (auch Krauskohl oder Winterkohl genannt)
angebaut.


1 kg Braunkohl (Grünkohl) 500 g fettes Schweinefleisch
(Nacken, Rippe) Salz, Pfeffer, Kochwurst.


Braunkohl wird erst nach dem ersten Frost geerntet, weil dann
der strenge Geschmack gemildert ist und die Blätter durch den
Frost weicher und damit bekömmlicher werden.
Auf dem Lande verbindet man dieses Braunkohlessen mit dem
Schlachtfest. An diesem Tag hat man fette Bouillon vom Kochen
der Würste, und diese ist für ein gutes Braunkohlgericht das
Wichtigste. In diesem Rezept soll das durchwachsene
Schweinefleisch  vollkommen zerkochen.
Die Kohlblätter zuerst von den dicksten Rippen abstreifen,
mehrere Male gründlich waschen, mit kochendem Wasser
überbrühen und mit dem Wiegemesser grob zerschneiden.
Zusammen mit dem zerkleinerten Fleisch und nicht zuviel Wasser
aufs Feuer setzen.
In etwa 1 1/2 Stunden ist der Kohl gar - aber bitte unbedingt
probieren, ob er wirklich schon gar ist.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die verbliebene Flüssigkeit sollte man nicht mit Grütze oder
Haferflocken binden, wie das oft geschieht.
Der Kohlgeschmack leidet darunter.
Wer den Kohl gebunden haben möchte, dem empfehle ich,
eine rohe Kartoffel daran zu reiben und noch einmal unter Umrühren
aufkochen zu lassen.
Auf jeden Fall schmeckt eine geriebene Zwiebel gut an dem Kohl.
In der Bremer Gegend lässt man eine kleine Schinkenwurst mitkochen,
den sogenannten "Pinkel". In der Braunschweiger Gegend lässt man
eine kranzförmige sogenannte "Brägenwurst" mit heiß werden, die
in dicke Scheiben geschnitten wird.
Zu Braunkohl passen am besten Salzkartoffeln.


Eine Erklärung zur Pinkel.
Pinke oder Pinken war die niederdeutsche Bezeichnung
für Dreimast-Segelschiffe, auf denen die Besatzung mit
der nahrhaften ( und haltbaren ) Grützwurst verpflegt wurde.
Aus der Pinken - Wurst wurde dann im Laufe der Zeit
die Pinkel - Wurst.


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